Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um Augenprothesen aus Glas und Kunststoff. Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung, helfen Ihnen aber, die nächsten Schritte besser einzuordnen.
Was ist eine Augenprothese?
Eine Augenprothese ist ein individuell gefertigter künstlicher Augapfel, der in die Augenhöhle eingesetzt wird, wenn ein Auge entfernt oder stark verkleinert wurde. Sie dient der kosmetischen Versorgung und unterstützt ein möglichst natürliches Erscheinungsbild.
Merkt man die Augenprothese im Alltag?
Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wird die Prothese von den meisten Patientinnen und Patienten kaum noch bewusst wahrgenommen. Ein leichtes Fremdkörpergefühl zu Beginn ist normal und nimmt in der Regel rasch ab.
Sieht man, dass ich eine Prothese trage?
Unsere Augenprothesen werden in Handarbeit individuell an Ihre Augenfarbe, Form und Lidstellung angepasst. Für viele Außenstehende ist nicht zu erkennen, dass es sich um eine Prothese handelt.
Kann ich mit der Prothese sehen?
Nein. Eine Augenprothese kann kein Sehvermögen herstellen. Sie ersetzt das äußere Erscheinungsbild des Auges und unterstützt die natürliche Bewegung der Lider.
Ausführliche Hinweise zum täglichen Umgang finden Sie auf der Seite Umgang mit der Augenprothese.
Tut das Tragen einer Augenprothese weh?
Eine gut angepasste Prothese verursacht in der Regel keine Schmerzen. In den ersten Tagen können ein leichtes Druck- oder Fremdkörpergefühl auftreten. Halten Beschwerden an, sollte die Prothese kontrolliert und gegebenenfalls nachgearbeitet werden.
Welche Risiken gibt es?
Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es Risiken im Zusammenhang mit der vorangegangenen Operation. Das Tragen einer passenden Prothese ist in der Regel gut verträglich. Bei Rötung, anhaltenden Schmerzen, stärkeren Sekretabsonderungen oder Schwellungen sollten Sie Ihre Augenärztin bzw. Ihren Augenarzt oder uns direkt kontaktieren.
Wer ist für eine Augenprothese geeignet?
Eine Augenprothese kommt infrage, wenn ein Auge entfernt wurde (Enukleation/Eviszeration) oder ein stark verkleinertes, funktionsloses Auge kosmetisch versorgt werden soll. Die genaue Indikation wird immer durch Ihre behandelnde Augenärztin bzw. Ihren behandelnden Augenarzt gestellt.
Wann sollte die erste Prothese angepasst werden?
Meist erfolgt die erste Anpassung nach der Operation, sobald die Wundheilung es zulässt. Übergangsweise können temporäre Prothesen verwendet werden, bis eine endgültige individuelle Versorgung möglich ist.
Den genauen Ablauf der Anpassung erläutern wir auf der Seite Ablauf der Anpassung.
Worin unterscheiden sich Glas- und Kunststoffaugen?
Augenprothesen aus Glas werden aus speziellem Kryolithglas gefertigt, sind sehr glatt, gut verträglich und lassen sich hervorragend reinigen. Kunststoffprothesen (PMMA) sind besonders bruchstabil und kommen zum Beispiel dann zum Einsatz, wenn die Anatomie der Augenhöhle sehr individuell ist oder häufigere Anpassungen erwartet werden.
Welche Variante ist für mich besser geeignet?
Ob eine Prothese aus Glas oder Kunststoff sinnvoller ist, hängt von Ihrer Ausgangssituation, der Augenhöhle, eventuellen Vorerkrankungen und Ihren persönlichen Bedürfnissen ab. Dies besprechen wir mit Ihnen individuell im Rahmen der Beratung.
Wie lange hält eine Augenprothese?
Glasprothesen sollten in der Regel einmal pro Jahr erneuert werden, da sich Form und Oberflächenstruktur verändern können. Kunststoffprothesen haben oft eine etwas längere Einsatzdauer, müssen aber ebenfalls regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf ausgetauscht werden.
Ausführliche Informationen finden Sie auf den Seiten Augenprothesen aus Glas und Augenprothesen aus Kunststoff.
Wie oft muss ich die Augenprothese herausnehmen und reinigen?
Die meisten Patientinnen und Patienten reinigen ihre Prothese ein- bis mehrmals pro Woche. Wichtig sind saubere Hände, lauwarmes Wasser und – je nach Material – eine geeignete Reinigungsmethode. Auf aggressive Reinigungsmittel sollte verzichtet werden.
Kann ich mit einer Augenprothese Sport treiben?
Leichte bis mittelschwere sportliche Aktivitäten sind in der Regel ohne Probleme möglich. Bei Kontaktsportarten oder hohem Verletzungsrisiko empfehlen wir eine individuelle Beratung und gegebenenfalls zusätzlichen Schutz.
Darf ich mit Augenprothese schwimmen oder in die Sauna gehen?
Viele Patientinnen und Patienten nutzen Schwimmbad oder Sauna problemlos. Chlor- oder Salzwasser kann die Augenhöhle jedoch reizen. Nach dem Baden ist eine gründliche Spülung mit sauberem Wasser sinnvoll. In Einzelfällen kann das vorübergehende Herausnehmen der Prothese empfehlenswert sein.
Was muss ich im Beruf beachten?
Die meisten Tätigkeiten können mit Augenprothese ganz normal ausgeübt werden. Bei stark staubiger Umgebung, Chemikalienkontakt oder hoher Unfallgefahr sollten zusätzliche Schutzmaßnahmen mit der Betriebsärztin bzw. dem Betriebsarzt besprochen werden.
Konkrete Pflegehinweise finden Sie auf der Seite Umgang mit der Augenprothese – Reinigung & Aufbewahrung.
Wer übernimmt die Kosten für eine Augenprothese?
In vielen Fällen übernehmen die gesetzlichen oder privaten Krankenkassen die Kosten ganz oder teilweise. Voraussetzung ist in der Regel eine entsprechende ärztliche Verordnung. Die genaue Kostenübernahme hängt von Ihrem Versicherungstarif und der jeweiligen Kasse ab.
Wie oft habe ich Anspruch auf eine neue Prothese?
Üblicherweise besteht bei Glasprothesen ein Anspruch auf eine jährliche Neuversorgung. Bei Kunststoffprothesen können die Intervalle variieren. Maßgeblich sind hier die geltenden Richtlinien der Kostenträger und die medizinische Notwendigkeit.
Muss ich mit Zuzahlungen rechnen?
Je nach Versicherungsart, individueller Vereinbarung und gewünschter Ausführung der Prothese können Eigenanteile entstehen. Wir informieren Sie im persönlichen Gespräch transparent über mögliche Zuzahlungen.
Welche Unterlagen benötigt die Krankenkasse?
In der Regel werden eine aktuelle Verordnung der Augenärztin bzw. des Augenarztes und gegebenenfalls zusätzliche Befundunterlagen benötigt. Auf Wunsch unterstützen wir Sie bei der Zusammenstellung der Unterlagen.
Wie vereinbare ich einen Termin?
Sie können uns telefonisch, per E-Mail oder über das Kontaktformular auf unserer Website erreichen. Gemeinsam finden wir einen passenden Termin in unserem Institut in Lauscha oder bei einem unserer Sprechtage.
Was sind Sprechtage?
Sprechtage sind regelmäßig stattfindende Versorgungstermine in verschiedenen Städten, bei denen unsere Spezialistinnen und Spezialisten vor Ort Augenprothesen anpassen, kontrollieren und erneuern. So können wir Sie wohnortnah versorgen.
Wie läuft ein Sprechtag ab?
Nach vorheriger Terminvereinbarung kommen Sie zum angegebenen Ort. Vor Ort erfolgen Anamnese, Begutachtung der Augenhöhle, Anpassung bzw. Kontrolle der Prothese und die Besprechung der weiteren Schritte.
Wie lange dauert ein Termin?
Planen Sie für den Ersttermin in der Regel ein bis zwei Stunden ein. Kontroll- und Nachsorgetermine können meist schneller durchgeführt werden.
Ausführlichere Informationen finden Sie auf der Seite Sprechtage.
Jede Augenhöhle und jede Lebenssituation ist einzigartig. Viele Detailfragen lassen sich erst im persönlichen Gespräch klären. In der individuellen Beratung nehmen wir uns Zeit für Ihre Vorgeschichte, Ihre Erwartungen und mögliche Sorgen.
Gemeinsam besprechen wir, ob für Sie eher eine Glas- oder Kunststoffprothese geeignet ist, wie der konkrete Ablauf der Anpassung aussieht und welche organisatorischen Schritte (z. B. Verordnung, Kostenträger, Terminwahl) erforderlich sind.
Wenn Sie bereits eine Augenprothese tragen und unsicher sind, ob Sitz, Beweglichkeit oder Ästhetik noch optimal sind, können wir dies im Rahmen einer Kontrolle in Ruhe prüfen.
Weitere Informationen zu unserer langfristigen Betreuung finden Sie auf der Seite Beratung & Betreuung.